Dialyseverfahren – Hämodialyse, Bauchfelldialyse und Transplantation
Wenn die Nieren ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen, stehen drei Wege offen: die Hämodialyse im Zentrum, die Peritonealdialyse zu Hause und die Nierentransplantation. Alle drei ersetzen die Nierenfunktion, unterscheiden sich aber grundlegend darin, wie sie sich in ein Leben einfügen. Welcher Weg zu Ihnen passt, hängt vom Befund ab – und davon, wie Ihr Alltag aussehen soll.
Die Dialyse ist dabei nicht immer eine dauerhafte Behandlung. Nach einem akuten Nierenversagen kann die Funktion zurückkehren; für viele Menschen überbrückt die Dialyse die Zeit bis zur Transplantation.
Hämodialyse – die Blutwäsche im Zentrum
Bei der Hämodialyse wird das Blut kontinuierlich durch einen Dialysator geleitet. Dort fließt es durch viele feine Schläuche, umgeben von einer Reinigungsflüssigkeit. Durch die Schlauchwände hindurch werden harnpflichtige Stoffe ausgetauscht und, soweit nötig, überschüssiges Wasser entzogen. Die Membranen haben sich seit den siebziger Jahren erheblich verbessert und reinigen das Blut heute sehr wirksam.
In der Regel findet die Hämodialyse dreimal pro Woche statt und dauert vier bis sechs Stunden. Durch die technische Entwicklung gibt es inzwischen zahlreiche Varianten des Verfahrens, sodass sich die Behandlung individuell anpassen lässt.
Der Dialysezugang: Shunt und Alternativen
Damit die Hämodialyse funktioniert, braucht es einen ausreichenden Blutfluss – und damit einen guten Zugang zu den Gefäßen. Dieser Dialyse-Shunt wird vor Behandlungsbeginn in einer kleinen, meist ambulanten Operation am Arm angelegt. Er verbindet eine Schlagader mit einer Vene, sodass durch diese mehr Blut fließt.
Sind die eigenen Gefäße dafür nicht geeignet, lässt sich von der Ellenbeuge aus eine Kunststoffvene unter der Haut einsetzen – ein sogenannter Prothesen-Shunt. Im Akutfall dient vorübergehend ein zentraler Venenkatheter als Zugang.
Weil ein Shunt Zeit zum Ausreifen braucht, planen wir ihn frühzeitig. Das ist einer der Gründe, warum ein früher Termin bei uns besser ist als ein dringender.
Peritonealdialyse – Bauchfelldialyse zu Hause
Die Peritonealdialyse nutzt das körpereigene Bauchfell als Filter. Es kleidet den gesamten Bauchraum aus, ist gut durchblutet und besitzt viele feine Poren – durch sie findet derselbe Stoffaustausch statt wie im Dialysator bei der Hämodialyse.
Über einen Katheter werden 1,5 bis 2,5 Liter Reinigungslösung unter sterilen Bedingungen in die Bauchhöhle gefüllt und dort vier bis sechs Stunden belassen. In dieser Zeit gehen harnpflichtige Stoffe und, falls nötig, Flüssigkeit in die Lösung über.
Weil das Verfahren meist kontinuierlich läuft, ist es kreislaufschonend. Viele Patientinnen und Patienten haben dadurch mehr Freiheit bei Getränken und Speisen. Die Behandlung findet zu Hause statt – selbstständig oder mit Unterstützung durch einen Pflegedienst.
Wie der Start in die Bauchfelldialyse abläuft
Vor Behandlungsbeginn schulen wir Sie ausführlich in unseren Dialysezentren. Wir unterstützen Sie außerdem dabei, die Räumlichkeiten zu Hause vorzubereiten. Sind die Vorbereitungen abgeschlossen, wird in einer kleinen Operation ein Katheter durch die Bauchdecke gelegt.
Sie stehen dabei nicht allein: Wir bieten rund um die Uhr eine Rufbereitschaft durch eine qualifizierte Pflegekraft und eine Ärztin oder einen Arzt und arbeiten mit einem Netzwerk von Krankenhäusern zusammen. Auch bei der Peritonealdialyse haben sich verschiedene Varianten etabliert, sodass die Behandlung zu Ihrem Alltag passen kann.
Nierentransplantation
Neben der Dialyse kann ein chronisches Nierenversagen auch durch eine Transplantation behandelt werden. Die Spenderniere stammt entweder von einem verstorbenen Spender oder – bei der Lebendspende – von einem nahen Angehörigen. Implantiert wird das Organ in der Regel im Unterbauch.
Vor allem in der medikamentösen Vor- und Nachbehandlung hat die Transplantationsmedizin in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Dadurch hat sich der Kreis möglicher Spender erheblich erweitert.
Die Vorbereitung braucht Zeit. Deshalb sollte die Entscheidung für eine Transplantation frühzeitig fallen – am besten, bevor die Dialyse überhaupt beginnt.
Welches Verfahren passt zu Ihnen?
Diese Frage lässt sich nicht allgemein beantworten. Sie hängt vom Befund ab, von Ihren Gefäßen, Ihrer häuslichen Situation, Ihrem Beruf und davon, was Ihnen wichtig ist. Über die Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren sprechen wir mit Ihnen in Ruhe – lange bevor die Entscheidung dringend wird.